Salbei


Geschichte:


Salbei war eine der wichtigsten Heilpflanzen des Altertums. Der lateinische Gattungsname Salvia leitet sich vom lateinischen salvo ab, was "heilen" bedeutet. Die Ägypterinnen tranken Salbei-Tee, um fruchtbar zu werden. Die Griechen schätzten die Heilwirkungen des Salbeis als blutstillendes, harntreibendes oder menstruationsförderndes Mittel. Der römische Gelehrte Plinius empfiehlt, Schlangenbisse mit Salbei zu reinigen. Paracelsus verwendet Salbei als Mittel gegen ansteckende Krankheiten, bei Fieber, Kopfschmerzen und Erkrankungen an den Harnwegen. Hildegard von Bingen schreibt ihm eine Wirkung bei Kopfschmerzen und Koliken zu.

Viele alte Redensarten erzählen davon, wie sehr der Salbei zu allen Zeiten geschätzt wurde: „Wer ewig leben will, muss Salbei im Mai essen“ – davon waren die Engländer überzeugt. „Diejenigen, die Salbei essen, werden unsterblich sowohl in Weisheit als auch an Jahren.“ „Arme Leute können sich mit Salbei teure Arznei ersparen“. „Wer morgens Salbei isst, ist für den ganzen Tag vor Gift und Ansteckung geschützt“. „Warum stirbt der Mensch, wenn er Salbei im Garten hat?“ fragt eine Inschrift in Süditalien. Und die Antwort lautet: „Weil gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen ist.“

Salbei und der Aberglaube:


Nach einem alten Aberglauben soll der Salbei Zauberkräfte besitzen: Ein Salbeiblatt wird dreimal durchlöchert, dann mit den eigenen Haaren und den Haaren der/des Geliebten verflochten und schließlich unter der Türschwelle vergraben, dann soll sich das Liebesglück einstellen.

Die Druiden schrieben dem Salbei so starke magische Wirkung zu, dass sie glaubten, er können Tote erwecken. Salbei soll, dem Aberglauben zufolge, nur in den Gärten von Weisen gedeihen und dort, wo die Frau den Haushalt beherrsche.

Pflanze:


Der Echte Salbei ist eine traditionelle Pflanze der Bauerngärten. Alle seine Teile haben einen starken aromatischen Geruch. Als wärmeliebende Pflanze mediterraner Herkunft ist er in Mitteleuropa nur bedingt winterhart und benötigt in klimatisch rauen Lagen Winterschutz. Er ist daher wenig konkurrenzfähig zu Wildpflanzen und nur selten verwildert anzutreffen. Der Echte Salbei gedeiht am besten auf kalkreichem, steinigem und trockenem Boden (z.B. in lückigen Xerothermrasen).

Der Salbei gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist ein bis zu 1 m hoher immergrüner Halbstrauch mit einem kräftigen verzweigten Wurzelsystem. Mit zunehmendem Alter beginnen die Stängel im unteren Bereich zu verholzen. Der obere Teil der Stängel ist krautig, filzig behaart und besitzt einen vierkantigen Querschnitt. Die länglich-ovalen Blätter des Salbei sind gegenständig. Die unteren Blätter sind lang gestielt, während die oberen Blätter kurzstielig oder sitzend sind. Der Rand der Blätter ist gesägt, die Blattoberfläche faltig und weißfilzig behaart. Die violetten, selten rosa oder weißen Blüten haben die typische Form der Lamiaceae. Die Oberlippe ist fast gerade und vergleichsweise wenig gewölbt. Die Blütenkrone ist zwei bis drei Zentimeter lang. Sie wird umschlossen von einem etwa einen Zentimeter langen, meist rotbraunen Kelch. Dieser ist deutlich in einen oberen Teil mit drei und einen unteren mit zwei Zipfeln gegliedert und auf den Nerven und am Rand flaumhaarig. Die Blüten stehen an kurzen Stielen im oberen Stängelteil zu je vier bis zehn in fünf bis acht lockeren Quirlen. Der Echte Salbei blüht von Mai bis Juli.

Verwendung/Wirkung/Anwendung:


Heute sind einige Heilwirkungen des Salbeis medizinisch nachgewiesen: Die Droge und ihre Inhaltsstoffe zeigen bei Zahnfleisch- und Halsentzündungen, bei Verdauungsstörungen, Blähungen und Durchfall ihre Wirkung.

Hinweis: Vor dem Einsatz einer Droge aus einer Heilpflanze sollte man sich über mögliche Nebenwirkungen informieren und einen Apotheker, einen Arzt oder eine beruflich fachkundige Person befragen. Bei bestimmten Krankheiten oder Personengruppen, insbesondere bei Kleinkindern, besteht die Gefahr, dass Komplikationen auftreten.

Salbei besitzt einen intensiven und kräftigen Eigengeschmack. Aus diesem Grund sollte man diesen nur mit anderen kräftigen Gewürzen wie Rosmarin, Thymian, Lorbeerblätter oder Petersilie kombinieren. Hervorragend schmeckt er auch in Kombination mit den Grundgewürzen Zwiebel und Knoblauch. Salbei frisch gepflückt und zum Kochen verarbeitet ist natürlich immer der beste Anwendungsfall. Sie können jedoch auch die Blätter trocknen. Geben Sie diese hierzu bei 30 Grad in den Backofen. Hierdurch wird der Salbei nicht nur haltbar gemacht, sondern auch seine Würze verstärkt. Alternativkönnen Sie die Blätter auch einfach einfrieren.

Anwendung:


Ein frisches Salbeiblatt im Mund ersetzt Mundwässer und Zahncremes. Salbei sorgt für eine gesunde Mundflora und wird auch das „Probiotikum der Mundhöhle“ genannt. Es gibt keine bessere Gesundpflege für Mund, Nase und Rachen, als ab und zu auf einem Salbeiblatt zu kauen. Salbei räumt mit allem auf, was schlechten Atem, gereiztes Zahnfleisch, Halsschmerzen oder einen faden Geschmack hinterlässt. Und er hilft gegen Ansteckung und gegen die Angst davor. Auch Magenbeschwerden und Blähungen verschwinden.

Übergießen Sie 1 TL Salbei mit 250 ml heißem Wasser und lassen 10 Minuten zugedeckt ziehen. Dieser Tee hilft bei Erkältungskrankheiten und übermäßigem Schwitzen. Bei Halsschmerzen können Sie alle zwei Stunden damit gurgeln, den Mund spülen und schluckweise davon trinken. Auch lassen sich gut Halswickel damit machen. Bei Schmerzen in den Nebenhöhlen oder Kopfschmerzen ist er wunderbar geeignet für Inhalationsdampfbäder.

Zur Herstellung eines Gurgelwassers werden ein oder zwei Teelöffel der Droge mit einer Teetasse kochendem Wasser übergossen und nach fünf Minuten abgesiebt. Der Tee kann zum Trinken, aber auch zum Gurgeln eingesetzt werden. Er darf aber nicht überdosiert werden, da er dann Herzrasen und Hitzegefühl auslöst. Zur Herstellung eines Badewassers (bei schlecht heilenden Wunden) übergießt man zwei Esslöffel der Droge mit einem Liter kochendem Wasser und lässt dann 20 Minuten ziehen.

Getrocknete Salbeiblätter dienen zum Würzen von Speisen.

Anwendung in der Küche:


Die Verwendung von Salbei als Heilmittel hat eine lange Tradition. Als Gewürz hielt er erst im Mittelalter Einzug in unsere Küche, geriet jedoch rasch in den Ruf, zu den Kräutern zu gehören, die das Ranzigwerden von Fetten verhindern. Salbei riecht aromatisch und schmeckt würzig, bitter und ist adstringierend (zusammenziehend). Das Gewürz wird für Fleischgerichte, Wild, Geflügel, Würste, Fischgerichte und Kräuterkäse benutzt. Besonders zu fetten Speisen passt Salbei gut, denn er fördert die Bekömmlichkeit schwerer Kost. Salbei ist ein unbedingtes Muss an der italienischen Spezialität „Saltimbocca“, Kalbsschnitzel mit Salbei und Schinken. Außerdem würzt er Hülsenfrüchte, Tomaten-, Eier- und Nudelgerichte. Salbei gehört zu den wenigen Kräutern, die sich auch getrocknet gut verwenden lassen.

Volksheilkunde:


Vom Salbei ist die bakterien-, entzündungshemmende sowie adstringierende, zusammenziehende Wirkung bekannt. Bei Entzündungen des Mund- und Rachenraumes werden handelsübliche wässrige oder alkoholische Auszüge zum Gurgeln eingesetzt. Salbeiaufguss kann ebenfalls zum Gurgeln benutzt oder auch getrunken werden. Ihm wird eine Schweiß hemmende Wirkung zugesprochen. Die Inhaltsstoffe des Heilsalbei sollen außerdem Sekretion fördernd wirken und die Funktion des Nervensystems unterstützen.