Oregano


Geschichte:


"Origanum" leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet soviel wie "Bergzierde". Seine Heimat ist der gesamte Mittelmeerraum, doch auch im Mitteleuropa wächst er wild. Der deutsche Name für Oregano ist "Dost", ein altes Wort für "Strauß oder Büschel".

Oregano ist ein typisches mediterranes Kraut dessen ursprüngliche Heimat die Mittelmeerregion ist. Da seine Bedeutung als Gewürz- und Heilkraut seit dem 17. Jahrhundert zunahm, ist er heute in ganz Mitteleuropa, Nordamerika sowie in einigen Ländern Vorderasiens anzutreffen. Verwilderter oder wilder Oregano wird meist auf Trockenwiesen oder an Waldrändern gefunden.

Oregano und der Aberglaube:


In Mittelalter wurde Dost als wichtige Hexenabwehrpflanze gesehen und sollte auch vor dem Teufel schützen. Man hielt die Pflanze den Hexen unter die Nase um diese vom Teufel zu befreien.

Es soll Kummer verschwinden lassen, erloschenen Lebensmut wieder aufrichten und den Menschen fröhlich machen. Daher wird es in der Volkssprache auch Wohlgemut genannt.

Dost oder Oregano wurde als Schutz vor bösen Mächten in den Brautschuh gelegt oder in den Brautstrauß eingebunden. Als dämonenabwehrendes Mittel wurde es in der Antike schon in Form von Räucherungen verwendet. Wenn ein Kind lange nicht zu reden begann, gab man ihm einen Löffel Oreganowasser. Gegen Epilepsie ließ man den Kranken an dem mit den Fingern zerdrücktem Dost riechen.

Pflanze:


Oregano gehört wie so viele Gewürzpflanzen zur Familie der Lippenblüter (Lamiaceae). Er wächst als krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 65cm. Der Oregano ist mehrjährig, ausdauernd und bei guten Standortbedingungen verströmt er einen aromatischen Geruch. Die Pflanze bildet kräftige Ausläufer und vermehrt sich dadurch relativ rasch. Oregano ist einigermaßen winterhart und hält Temperaturen bis ca. -15 Grad aus.

Das Kraut hat kleine Blätter, die meist nicht größer als 4 cm werden. Diese sind eiförmig und an der Unterseite weisen sie Punkte auf. Die stark sichtbare Blattaderung an der Blattunterseite ist sehr auffällig.

Es werden kleine typische Lippenblüten (bis zu 6mm Länge) ausgebildet, diese weisen eine weiß bis zartrosa Farbe auf. In sogenannten Scheinrispen sind die Blüten angeordnet und bestehen aus vier Staubblättern, zwei Fruchtblättern, fünf Kornblättern sowie fünf Kelchblätter mit Kelchzähnen.

Der Blühzeitpunkt ist von Juni – September.

Verwendung/Wirkung/Anwendung:


Als Gewürzkraut werden sowohl die frischen Blätter wie auch das getrocknete, gegebenenfalls gerebelte Kraut und die essbaren Blüten verwendet.

Oregano ist ein intensives Gewürzkraut, mit einem leicht bitteren und sehr aromatischen Geschmack. Je nach Qualität und Anbaubedingungen können die Blätter auch einen leicht scharfen Geschmack entwickeln.

Hinsichtlich der Würzkraft stellt Oregano eine Ausnahme innerhalb der getrockneten Kräuter dar. Viele Kräuter verlieren mit dem Trocknen ihr Aroma; bei Oregano intensiviert es sich aber durch den Trockenvorgang erheblich.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern kann Oregano mitgekocht bzw. mitgegart werden, ohne dass es zu Einbußen des Aromas kommt.

Wirkung:


Oregano findet Verwendung bei Problemen im Magen- und Darmtrakt. Die Gerb- und Bitterstoffe im Oregano haben eine entkrampfende Wirkung, helfen demnach bei Magen- und/oder Darmkrämpfen genauso wie bei Blähungen und regen nebenbei den Appetit an.

Die Pflanzenteile des Oreganos, vor allem die Blätter und das Kraut enthalten eine Vielzahl unterschiedlicher Wirkstoffe. Die enthaltenden ätherischen Öle, Gerbstoffe und Bitterstoffe haben folgende Heilwirkung: antibakteriell, verdauungsfördernd, appetitanregend, hustenlösend, pilzhemmend, antioxidativ und teilweise antiviral.

Zur Linderung von Magen und Darmbeschwerden oder auch bei chronischer Bronchitis wird Oregano meist in Form eines Tees eingenommen. Ein Teelöffel getrocknetes Kraut oder zwei Teelöffel frischer Oregano werden mit 250 bis 300 ml kochendem Wasser übergossen. Der Aufguß wird ca. 10 Minuten bedeckt ziehen gelassen und anschließend getrunken. Auch bei bakteriellem Husten sowie bei Befall von Candida-Pilzen kann Oreganotee unterstützend getrunken werden.

Äußerlich wird Oregano bei entzündlichen Hautproblemen verwendet, da die Bestandteile im ätherischen Öl des Oreganos (vor allem Phenole und Carvacrol) als antibakterizid und entzündungshemmend eingestuft werden. In der Behandlung fettiger, unreiner Haut kommen Tinkturen aus Oregano zum Einsatz, mit denen die betroffenen Hautareale betupft werden.

Anwendung in der Küche:


Am häufigsten findet Oregano in italienischen bzw. mediterranen Gerichten Verwendung. Egal ob auf Pizza oder in Tomatensaucen - Oregano verleiht einer Vielzahl von Speisen eine würzige Note. Sehr gut passt das Aroma von Oregano auch zu Eierspeisen - allen voran Omeletts oder Bauernfrühstück. Breite Anwendung findet der Oregano bei der Zubereitung von Salaten. Oregano harmoniert ganz hervorragend mit fruchtigen Tomaten oder Gurken.

Oregano eignet sich ebenfalls für zahlreiche Saucen und Suppen. Vor allem Saucen für Fleisch- und Fischgerichte können mit Oregano eine sehr schmackhafte Note erhalten. Oregano kann für das Würzen kräftiger Gemüse- oder Cremesuppen genutzt werden. Sehr gut passen die aromatischen Kräuter zudem bei Kartoffelcreme- oder Tomatencremesuppen.

Volksheilkunde:


Auch wenn Oregano meist nur als Küchenkraut bekannt ist, findet er in der Volksheilkunde relativ viel Beachtung. Aufgrund der enthaltenden Inhaltsstoffe kann Oregano für eine Vielzahl an Beschwerden eingesetzt werden.

Oregano war bereits in der Antike und im Mittelalter als Kraut mit großer Heilkraft bekannt. Oregano wurde eingesetzt, um schmerzhafte Hämorrhoiden zu behandeln. In der Frauenheilkunde kam das Heilkraut zum Einsatz, um die Geburt einzuleiten. Ferner galt Oregano im Mittelalter als probates Mittel, um sich vor Dämonen, Hexen und dem Teufel abzuschirmen

In alten Kräuterbüchern wird der Oregano, sowie einige Oreganoarten allgemein als Wohlgemuth (Wolgemut) oder Dosten bezeichnet. Im Kräuterbuch von Petri Andreae Matthioli fand das Kraut sowohl für innere als auch äußere Anwendungen Verwendung. Empfohlen wurde Oregano u.a. bei Juckreiz (Anwendung: Oreganobad), bei Geschwulsten der Mandeln (vermutlich Mandelentzündung) oder bei der Wundbehandlung. Auch zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden, Husten oder Erkrankungen der Luftröhre wurde Oregano bereits angewendet. Das Kraut wurde meist mit rotem Wein versetzt oder als Presssaft getrunken.